Tradition zur Ostern

TIROLER BRAUCHTUM: PALMLATTEN UND PALMBUSCHEN

Schon eine Woche vor dem Ostersonntag, am sogenannten Palmsonntag startet die Reihe an Gebräuchen in vielen Tiroler Gemeinden. Denn bei den Prozessionen der christlichen Messe wird ein ganz besonderer Brauch zelebriert – das Aufstellen der Palmlatten und Palmbuschen. Die Palmlatten – also lange Holzstangen, die am oberen Ende bunt geschmückt sind mit Bändern, Olivenzweigen und Palmbrezen – werden von den Burschen im Dorf getragen. In vielen Ortschaften wird daraus sogar ein richtiger „Wettbewerb“, wer die höchste Palmlatte zur Prozession vorbereitet. Die höchsten und schönsten in Tirol findet man in Imst, dort ist der Brauch besonders beliebt und die Palmlatten erlangen eine Höhe von bis zu 35 Metern. Die Mädchen und Frauen haben bei der Prozessionen meist die Palmbuschen – also zusammengebundene Ölzweige, ebenfalls bunt geschmückt und mit kleinen Brezen versehen – zur Weihe mit dabei. Ein einzigartiges, buntes Schauspiel, das man sich auf einen Fall entgehen lassen sollte. 

DER OSTERHASE – EINE KURZE ENTSTEHUNGSGESCHICHTE

Am Ostersonntag versteckt dann der Osterhase traditionell Ostereier und kleine Geschenke für die Kinder. Warum gerade der „Hase“ die Ostereier bringt, ist entstehungsgeschichtlich nicht ganz geklärt. Erwähnt wird der Brauch mit dem „Osterhasen“ zum ersten Mal im Jahr 1682 in einer Abhandlung. Da Hasen seit jeher in der Geschichte eine hohe Fruchtbarkeit nachgesagt wird und sie als Symbol der Auferstehung und des Frühlings gelten, ist es naheliegend, dass so der „Osterhase“ entstanden ist. Das Ei als Symbol des Osterfestes gab es bereits im Mittelalter. Durch die Auswanderungen von Europa wurde der Brauch auch in anderen Ländern und sogar in Amerika verbreitet. 

DAS OSTERFEUER WIRD ENTZÜNDET

In verschiedensten Regionen werden zu Ostern Osterfeuer angezündet, auch in der katholischen Kirche ist dies eine Tradition zu Ostern. Der Brauch ist seit 1559 bezeugt, die Osterfeuer werden entweder am Karsamstag oder Ostersonntag entzündet. In die großen Holzhaufen mit meterhohe Flammen werden teilweise sogar Puppen aus Stroh oder Holz geworfen, die im katholischen Glauben Judas darstellen sollen. 

GESCHENKE FÜR KINDER: DER GOTLPACK

Der Gotlpack ist ein in Tirol verbreiteter Brauch, der den Kindern eine besondere Freude bereitet, denn sie erhalten von ihrer Patin oder ihrem Paten (die bei der katholischen Taufe von den Eltern bestimmt werden) zu Ostern ein Geschenk. Als süße Beigabe werden dabei auch oft die „Osterpinzen“ oder der „Osterbrezen“ aus süßem Hefeteig sowie das „Osterlamm“ aus Kuchenteig geschenkt. Den Gotlpack gibt es hierzulande nicht nur zu Ostern sondern auch zu Allerheiligen, dafür erhalten die „Gotlkinder“ dann nichts oder nur mehr kleine Geschenke zum Geburtstag oder zu Weihnachten.

 

 

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